Fastentücher - Eine alte Kunstform neu entdeckt
03.04.2018 |
Ausstellung im Rathaus Neuhausen vom 11.04. bis 04.05.2018
Fastentücher, Hungertücher nannte man vor mehr als 1000 Jahren die großen Tücher, die am Aschermittwoch in den Kirchen vor den Altarraum gehängt wurden. Das "Tuch der 40 Tage" sollte diesen Bereich der Kirche mit dem Altar, seinen Bildern und oft auch den Reliquien vor den Augen der Gläubigen verhüllen. So konnte die Gemeinde die Liturgie am Altar nur noch hörend verfolgen. Zum körperlichen Verzicht in der Fastenzeit kam so ein geistlich-seelischer. Zunächst war das Hungertuch ein Vorhang aus einfarbigem Stoff, meistens aus Leinen. Später begann man damit, solche Tücher gemeinsam in mühevoller Handarbeit zu fertigen und reich mit Bildern zu versehen.
Eine Sammlung solcher Fastentücher wird in der Ausstellung im Rathaus gezeigt. Veranstalter sind die Gemeinde Neuhausen a.d.F. sowie die katholische und evangelische Kirchengemeinde. Die Vernissage der Ausstellung findet statt am Dienstag 10.04.2018 um 19 Uhr. Einführung von OStR Marianne Eder, Katholische Theologin (Herrenberg). Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Parallel zur Ausstellung laden wir ein zu einem vertiefenden Vortrag (mit Bildern) am Mittwoch 18.04.2018 um 19 Uhr 30 im kath. Gemeindehaus. Frau Marianne Eder spricht über "Fastentücher - Geschichte und Bedeutung dieses alten kirchlichen Brauchs"
Das kirchliche Hilfswerk MISEREOR belebte 1976 diese alte fast vergessene liturgische Tradition wieder. Im Rahmen der Entwicklungsarbeit sollte deutlich werden, dass es nicht nur um finanzielle Hilfen gehen darf in der Entwicklungszusammenarbeit, sondern auch um partnerschaftlichen Austausch. Inzwischen sind kunstvolle Fastentücher durch namhafte Künstler in Afrika, Asien und Lateinamerika entstanden. Sie ermöglichen uns als "Botschaft von draußen" die Begegnung mit dem Leben und dem oft so ansteckenden Glauben der Menschen und Christen anderer Kulturen und anderer Kontinente.